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Die STRV|bagru Soziologie an der Universität Wien: A-1090 Wien - Rooseveltplatz 2 - im Parterre des Institutsgebäudes
„Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen.“ (M.Twain)
Barrierefreies Institutsgebäude?
Auszüge eines Rundgangs gemäß ÖNORM B1600 u.a.

"Barrierefreiheit bedeutet, dass Gegenstände, Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung uneingeschränkt benutzt werden können."

~ wikipedia.de

Was bedeutet das für das Soziologie-Institut?
Ein kleiner Überblick über einige der Problembereiche
oder: Direkt zu den Kommentaren Betroffener

Eingangstüre

Bereits der Eingangsbereich stellt sich aus der Sicht barrierefreier Gebäudegestaltung mehrere Probleme dar.
So ist etwa zum Öffnen der Eingangstüre eine Kraft von rund 49 Newton ("entspricht" 4,9 Kilogramm) nötig, wo die Kraft zum Öffnen der Türflügel in Hinblick auf Personen im Rollstuhl nicht über 25N liegen oder die Türflügel  elektrisch zu öffnen sein sollten.

Glastüre

Die nachfolgende Glastüre erweist sich zudem aus wahrnehmungstechnischen Aspekten als problematisch, da sie unzureichend (kontrastierend) gekennzeichnet ist, und von Personen mit Sehbehinderung kaum oder gar nicht (rechtzeitig) wahr genommen werden kann.

Stiegenaufgang zur Bibliothek

Der Stiegenaufgang zur Bibliothek ist gleich in mehrfacher Hinsicht als problematisch einzustufen, wovon vor allem Personen mit Sehbehinderung betroffen sind: Die Beleuchtungsstärke beträgt hier knapp 40 Lux, wobei Stiegenaufgänge lt. einschlägigen Ö-Normen mindestens 150 Lux aufweisen müssten. Zudem sind die Stiegenkanten weder taktil noch kontrastierend gekennzeichnet und der Handlauf nicht durchgehend ausgeführt.
Details zur Lichtmessung sind diesem PDF zu entnehmen!

Stiegenaufgang zu den Seminarräumen

Achtung Stolperfalle! Der Stiegenaufgang zu den Seminarräumen ist zwar vorbildlich gekennzeichnet, doch die Gehsteigkante, die praktisch die erste bzw. letzte Stufe darstellt, bleibt von den Maßnahmen zur barrierefreien Gebäudegestaltung weitestgehend verschont.
Bei Tageslicht ist die Beleuchtung ausreichend: 160 Lux lokal, 1280 Lux (Punktmessung) Am Abend sinkt sie dagegen auf bis zu 30 Lux herab.
Die "Alternative", der Aufzug, bietet leider weder kontrastierende (wenn nicht temporär aufleuchtende) noch entsprechend taktil ausgeführte Bedienungselemente.

Stiegenhaus

Um das Stiegenhaus ist es kaum besser bestellt als um den Stiegenaufgang zur Bibliothek: Die Beleuchtungsstärke liegt mit 10 bzw. 40 Lux wiederum weit unter den in der Ö-Norm empfohlenen 150 Lux. Die Kennzeichnung der Stiegenkanten wirkt ob der schwachen Ausleuchtung nicht besonders kontrastierend und mittlerweile auch nicht mehr ausgesprochen taktil. Der Handlauf ist auch hier unterbrochen.

Türe zum Vorraum der Seminarräume

Eine Türe am Eingang zum Vorraum der Seminarräume versperrt den Weg, und um die Flügel zu öffnen, sind über 50 Newton an Kraftaufwand nötig: Zu viel für Personen im Rollstuhl!

Vorraum der Seminarräume

Trotz verhältnismäßig guter Ausleuchtung (160-300 Lux) versperren allerlei Hindernisse teils mit überhalb des Bodens vorspringenden Kanten den direkten Weg und stellen damit vor allem für Personen mit Sehbehinderung oder gar blinden Personen eine "Herausforderung" dar.

Spindkästen im Vorraum der Seminarräume

Wenig Rollstuhlfreundlich zeigen sich dagegen die Spindkästen: Kein einziger von ihnen lässt die Tür annähernd um 180° aufschwenken, sodass davor nicht "geparkt" werden kann.

Beschilderung des Seminarraum 1

Die Seminarräume sind mit vergleichsweise winziger Schrift beschildert ...

Seminarraum 3

... und darüber hinaus selbst bei Tageslicht und Deckenlicht zusammen zu schwach ausgeleuchtet. (200 Lux bzw. 160 Lux punktuell)

Vorraum der Seminarräume, Fortsetzung

Auch hier gibt es trotz ausreichender Beleuchtung wiederum allerhand Hindernisse, die etwa mit dem Taststock am Boden gar nicht erst erfasst werden können ...

Bagru-Kammerl

Das neue Bagru-Kammerl: Mit 320/320 Lux (lokal, Punktmessung) immerhin einer der am besten ausgeleuchteten Räume am Institut! :-)

Du denkst, das sei erst die Spitze des Eisberges?
Schreib uns deine Meinung und Erfahrungen!

"Liebe BAGRU- Leute!
Mein Name ist Katharina Schaupp und ich studiere Soziologie!
Mir fällt als Rollstuhlfahrerin um einiges mehr auf als euch!
Abgesehen von den Türen und Stiegenaufgängen - die ich eben nicht benutzen kann - gibt es ja schon einen angeblich barrierefreien Eingang in die Bibliothek! Nur:
Dieser Eingang geht über die Seite an einer Rampe. Allerdings ist die Tür für einen breiteren Rollstuhl weder breit genug noch kann man sie selber aushängen! Alleine würde ich da also nicht weit kommen! Bevor man die Tür aushängt muss zuerst die Alarmanlage demontiert werden, sonst heult sie!
Der Lift hält manchmal so ungleichmäßig das man manchmal eine hohe Stufe überwinden muss um hineinfahren zu können!
Euer BAGRU-Kammerl mag vielleicht gut beleuchtet sein, aber mit Rollstuhl komme ich da unmöglich hinein!
Die Tür zum Vorraum der Seminarräume ist auf einer Seite hoch und schwer und noch dazu mit einem Zug versehen! Da sich das aushängen der zweiten Tür als schwierig gestaltet fahre ich jedes Mal rundherum um zum Seminarraum 3 zu gelangen.
Auf der rechten Seite ist oft der zweite Türflügel zu! Da er aber nur von innen zu öffnen ist stehe ich mit dem Rollstuhl auch hier an und käme alleine NIE weiter!
Zuguterletzt wäre da noch das Rollstuhlklo! Das ist zwar gut und schön aber häufig von innen versperrt und von außen nur mit einer 1Euro Münze und viel Kraft zu öffnen! Zweitens hat die Türe auch am Klo einen Zug was das Hineinfahren wirklich nicht erleichtert!
Und am Klo selbst steht ein großer Kasten gerade so das man mit dem Rollstuhl beim umdrehen und Hinausfahren jedes Mal seine liebe Not hat weil einfach zu wenig Platz ist! (...)"

~ Katharina Schaupp

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